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Der Weingarten als Brücke für biologische Vielfalt?
“Naturschutz durch Ökologisierung des Weinbaus“: Der 2. Jahrgang hat das tschechische Forschungsprojekt unter die Lupe genommen.

Lediglich 3 der 75 heimischen Schmetterlingsarten können im konventionellen Weinbau überleben - der biologische Weingarten  bietet hingegen 45 Arten einen Lebensraum. Seit 2008 wird im tschechischen Südmähren an den Auswirkungen unterschiedlicher Weinbausysteme auf die Umwelt geforscht. Die Ergebnisse bezeugen, welchen wesentlichen Beitrag der ökologische Weinbau für den Erhalt der biologischen Vielfalt der Region leisten kann. Die SchülerInnen der Obst- und Weinbauschule Krems haben sich vor Ort ein Bild davon gemacht

Was bedeutet Biodiversität? Was hat Weinbau mit Naturschutz zu tun?  Welchen Einfluss nimmt der Mensch auf die Landschaft? - und warum lohnt es sich auch für WinzerInnen biologische Vielfalt im Weingaren zu erhalten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der 2. Jahrgang im Zuge des Weinbauunterrichts. Ende Oktober unternahm die Klasse eine Exkursion zum tschechischen Partnerprojekt Ecovin nach Südmähren.  

 

Zwei reiche Exkursionstage erwarteten die SchülerInnen des 2. Jahrganges nach ihrer Ankunft im malerischen Mikulov. Neben Expertenvorträgen, einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet und dem direkten Vergleichen verschiedener Anbaumethoden setzten die Jugendlichen sich mit den Prinzipien des Ökologischen Weinbaus auseinander und führten eigenständig eine Erhebung der Pflanzenvielfalt im Begrünungsanbau durch.

Eine Führung durch den hochmodernen Weinbetrieb Gotberg verdeutlichte, dass biologisch keineswegs Rückständigkeit bedeutet. Die anschließende Weinverkostung bestätigte, dass mit dementsprechendem Know-How und der richtigen Einstellung auch im ökologischen Anbau Spitzenweine produziert werden können.

 

Nutzung und Schutz - ein Widerspruch?

Wo Kalkgebirge und panonische Ebene auf einander treffen, liegt die berühmte Landschaft der Pollauer Berge, eines der Gebiete mit der reichsten Fauna und Flora Tschechiens. Doch diese Vielfalt ist stark bedroht. Durch Intensivierung der Landwirtschaft wurde die Natur immer mehr zurückgedrängt. Das seit 1976 bestehende Naturschutzgebiet der Pollauer Berge stellt einen der letzten Rückzugsorte für seltene Tiere und Pflanzen dar. Jedoch sind die Schutzzonen stark zerstreut und von intensiv bewirtschafteten Weingärten durchzogen.

Die Vergleichsstudie von Dipl. Ing. Hluchy, welche das Vorkommen von Schmetterllingen im konventionellen, ökologischen und integrierten Weinbau erhob und gegenüberstellte, zeigt, dass der konventionelle Weinbau mit 3 überlebenden Schmetterlingen einen sehr artenarmen Lebensraum darstellt. Intensiv bewirtschaftete Weingärten sind für viele empfindliche Arten unüberwindbare Barrieren. Es entstehen kleine Teilpopulationen, die untereinander nicht im genetischen Austausch stehen, sich daher schlechter an die sich ändernden Umweltbedingungen anpassen können und dadurch stärker vom Aussterben bedroht sind.

Dass Nutzung und Schutz nicht immer im Widerspruch stehen müssen, zeigt die hohe Vielfalt an Schmetterlingen im ökologischen Weinbau. Während intensiver Weinbau für viele empfindliche Arten eine unüberwindbare Grenze zwischen Naturräumen darstellt, können durch ökologisch bewirtschaftete Weingärten Populationen miteinander vernetzt werden. Der Weingarten dient dann als Brücke zwischen getrennten Naturräumen und leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und somit zum Naturschutz.

 

Mit Unterstützung durch das Projekt Ecowin haben in Südmähren in den letzten Jahren viele WinzerInnen und Winzer auf ökologischen Weinbau umgestellt.

 

Informationen über Ecowin: 
http://www.bioforschung.at/ecowin-cz-bioforschung-at.151.0.html

 

 

 Wahrnehmung&Wissen: Dipl.Ing. Milan Hluchy und Umweltpädagogik Studentin Barbara Graf gestalteten das Programm im Naturschutzgebiet.

 


Phacelia, Buchweizen, Ölrettich - im Zuge einer Pflanzenbonitur erhoben die SchülerInnen selbständig die Vielfalt und Anzahl der Mischbegrünung im Weingut Gotberg.